Reifenwissen

Kennungen und Maßeinheiten
  • Reifenbreite in mm
  • Verhältnis Reifenhöhe zu Reifenbreite in %
  • Bauart des Reifens. R steht für Radialreifen.
  • Felgendurchmesser in Zoll
  • Kennzahl für die Reifentragfähigkeit (z.B. 91 = 615 kg). Tragfähigkeits — Tabelle s.Unten.
  • Geschwindigkeits — Index. Geschwindigkeits — Tabelle dazu s. Unten. Hersteller — und Profilbezeichnung
  • DOT (Department of Transportation) — Bezeichnung des Herstellungsdatums, z.B. 0804 bedeutet, dass der Reifen wurde in 8 KW Jahr 2004 produziert
  • Tubeless (Schlauchloser Reifen)
  • M+S (Mud + Snow) steht für Matsch + Schnee. M+S sind immer Winter — oder Ganzjahresreifen.
Dimension des Reifens
Die technische Ausführung der Bereifung ist durch den § 36 StVZO festgelegt. Danach sind Pkw-Reifen entsprechend der europäischen Vorschrift ECE-R 30 genormt. Dies gilt insbesondere für die Beschriftung der Reifenflanke. Sie gibt über die wichtigsten Daten des Reifens Auskunft. Innerhalb dieser Information sind die für den Autofahrer wichtigen Angaben zusammengestellt — die Norm verlangt darüber hinaus weitere Bezeichnungen auf der Seite wie Herstellername und Reifentyp.
Reifenbreite
Sie wird in Millimetern angegeben (z.B. 175 mm). Bei herkömmlichen Pkw-Reifen reichen die Querschnittsbreiten von nominell 125 mm (z.B. 125/80 R 12) bis ca. 335 mm (z.B. 335/30 R 19). Die Breiten steigen dabei in 10-mm-Schritten. Besondere Reifen für neue Rad-Reifen-Systeme (z.B. TD-Reifen von Dunlop oder TRX- oder TDX-Reifen von Michelin) haben andere Breitenmaße in Millimetern. Die Breiten reichen von 160 mm bis 240 mm. Die tatsächliche Breite weicht, bedingt durch die üblichen Fertigungstoleranzen, meist von den nominellen Angaben geringfügig ab und variiert von Hersteller zu Hersteller um wenige Millimeter. Außerdem ist sie abhängig von der Breite der Felge, auf welcher der Reifen montiert ist. Die Normung der Reifen erlaubt es, die meisten Reifen auf Felgen verschiedener Breiten zu montieren. Diese Breitenunterschiede können Ursache dafür sein, dass auf bestimmten Fahrzeugen nur Reifen bestimmter Hersteller (Markenbindung) oder lediglich in Kombination mit bestimmten Felgen montiert werden dürfen, da in diesen Fällen ausschließlich diese Reifen in allen Betriebszuständen mit Sicherheit (also auch beim Einfedern oder beim Lenkeinschlag) «freigängig» sind. Auch die Verwendbarkeit von Schneeketten kann an bestimmte Reifenfabrikate und Felgenbreiten gebunden sein. Zu beachten sind hier die Hinweise in Fz.-Papieren und Bedienungsanleitung.
Höhen-Breiten-Verhältnis/Serie ……/50, /60, /70, /80
Hier geht es um das Verhältnis von Höhe zu Breite des Reifenquerschnittes in Prozent. Ein /50 bedeutet dann, dass die Reifenhöhe halb so groß ist wie die Reifenbreite. Mit «fallenden» Verhältnis-Zahlen wird die Reifenflanke immer niedriger — übliches Erscheinungsbild sportlicher Pkw (225/45…). Sonderfall: Bei Reifen der 80er-und /82er-Serie war früher die «…/80» in der Bezeichnung nicht üblich — dementsprechend kann in älteren Fahrzeugpapieren noch «155 R 13» stehen. Dies entspricht nunmehr beim Reifenkauf «155/80 R 13».
Reifenbauart
«R» steht hier für «Radial» (zusätzlich auch häufig ausgeschrieben). Es handelt sich um die heute übliche Bauart mit radial angeordneten Karkassfäden. Bis in die 60-iger Jahre war der Diagonalreifen Standard. Sofern heute noch für Spezialfälle (z.B. Oldtimer) produziert, steht anstelle des «R» ein «D» oder auch «-«. Hinweis: Es dürfen grundsätzlich nur Reifen einer Bauart montiert werden. Mischbereifung — also Diagonal- und Radialreifen auf einem Fahrzeug, ist lt. StVZO § 36 nicht zulässig.
Felgendurchmesser
Der Felgendurchmesser wird diagonal von Felgenrand zu Felgenrand ermittelt, das Maß wird meist in Zoll ( » ) angegeben. Die gängigsten Maße reichen von 10 » bis 20 «. Bei TD-Reifen von Dunlop sowie TRX-, TDX-Reifen oder dem PAX-System von Michelin werden die Felgendurchmesser in Millimeter angegeben. Die gängigsten Durchmesser gehen von 315 mm bis 440 mm.
Tragfähigkeitskennziffer (Load Index LI)
Kennzahl für die Belastbarkeit des Reifens. Jedem LI-Wert wird, dargestellt in einer genormten Tabelle, eine bestimmte Belastbarkeit des Reifens bei einem vorgegebenen Luftdruck zugeordnet. Beispiel «85» = 515 kg. Die montierten Reifen müssen mindestens dem in dem Fahrzeugpapieren angegebenen LI entsprechen, höhere Werte des LI sind zulässig. Zusatzangabe «Reinforced»: (12) Bezeichnung an Reifen besonders hoher Tragfähigkeit (für Kleintransporter, Kleinbusse, Vans, Geländewagen… ). Ausschlaggebend ist aber auch hier die (entsprechend hohe) LI-Kennziffer.
Li kg Li kg Li kg Li kg Li kg Li kg Li kg
50 190 61 257 72 335 83 487 94 670 105 928 116 1250
51 195 62 265 73 365 84 500 95 690 106 950 117 1285
52 200 63 272 74 375 85 515 96 710 107 975 118 1320
53 206 64 280 75 387 86 530 97 730 108 1000 119 1360
54 212 65 290 76 400 87 545 98 750 109 1030 120 1400
55 218 66 300 77 412 88 560 99 775 110 1060 121 1450
56 224 67 307 78 425 89 580 100 800 111 1090 122 1500
57 230 68 315 79 437 90 600 101 825 112 1120 123 1550
58 236 69 325 80 450 91 615 102 850 113 1150 124 1600
59 243 70 335 81 462 92 630 103 875 114 1180 125 1650
60 250 71 345 82 475 93 650 104 900 115 1215 126 1700
Geschwindigkeitssymbol (GSY, auch «Speedindex»)
Kennbuchstabe, der die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens angibt. Den Buchstaben sind folgende Geschwindigkeitskategorien zugeordnet (hier dargestellt: übliche GSY für Pkw´s).
Geschwindigkeitstabelle
INDEX M N P Q R S T U H V W Y
km/h 130 140 150 160 170 180 190 200 210 240 270 300
Laufrichtungsbindung
Überwiegend an Reifen mit besonderer Profilgestaltung sind auf der Reifenflanke Bezeichnungen wie «Rotation», «Drehrichtung», «Direction», in Kombination mit einem Laufrichtungspfeil eingeprägt. Bei der Reifenmontage ist diese vorgegebene Lauf- oder Drehrichtung zu beachten.
Tubeless («Schlauchlos»)
Pkw-Reifen sind üblicherweise «Schlauchlos»-Typen. Das Einziehen eines Schlauches ist nicht nur überflüssig, es ist — von wenige Ausnahmen abgesehen — nicht zulässig. Im Zweifelsfall den Reifenhersteller befragen. Bei einer Reifenpanne mit Luftverlust darf das allenfalls als zeitweiliger Notbehelf gelten.
Produktionsdatum
Bisheriges Verschlüsselungs-System: Die letzten 3 Ziffern der sog. «DOT»-Nummer geben das Herstellungsdatum wieder. Die ersten beiden Stellen nennen die Produktionswoche, die letzte Ziffer ist die Endzahl des Jahres. Beispiel: 409 =40.Woche 1999. Dass wir es mit den 90-iger Jahren zu tun haben, wird i.a. noch durch ein kleines Dreieck (rechts neben der 3-stelligen Zahl) deutlich gemacht.
Neue Kennzeichnung ab 1.1.2000: Jetzt 4-stellige Schlüsselnummer. 0100 = 1. Woche 2000.
Verschleißanzeiger (Treadwear Indicator , «TWI»)
Rundum auf der Reifenseite ist mehrmals das Kürzel «TWI» (auch andere Zeichen möglich) eingeprägt. Wenn man dem Pfeil folgt, so erkennt man, dass in diesem Bereich das Profil nicht völlig in die Tiefe geht. Der Grund: Bei einem bis auf (die gesetzlich zulässigen) 1,6 mm abgefahrenen Profil liegen diese Stellen dann deutlich erkennbar an der Oberfläche, die Verschleißgrenze ist erreicht. Soweit sollte man es nicht kommen lassen: Versuche zeigen, dass bereits unter ca. 3 mm die Haftung, insbesondere bei Nässe, deutlich abnimmt!
M&S (Winterreifen/Ganzjahresreifen)
Winterreifen sind mit «M&S», «M+S» oder ähnlichen Abkürzungen gekennzeichnet. Hiermit ist nicht nur erkennbar, dass es sich um einen Reifentyp für die speziellen Anforderungen des Winterbetriebs handelt. Damit verbunden ist auch eine Ausnahmeregelung bezüglich der geforderten Geschwindigkeitsklasse.
Zeichenerklärungen bei Reifen
Reifen sind zum Teil mit Kennzeichnungen versehen
Kürzel Beschreibung
TT mit Schlauch
TL schlauchlos
MFS mit Felgenschutz
FR Felgenrippe
reinf. Reinforced (Reifen ist verstärkt)
XL Extra Load (Reifen mit erhöhter Traglast)
DOT-Nummer verrät das Baujahr des Reifens
LT Light Truck
MO für Mercedes Modelle
N0 Reifen für Porsche-Modelle
N1 Reifen für Porsche-Modelle
N2 Reifen für Porsche-Modelle
N3 Reifen für Porsche-Modelle
N4 Reifen für Porsche-Modelle
AO Reifen für Audi-Modelle
J Reifen für Jaguar-Modelle
SSR Self Supporting Runflat (Notlaufreifen)
EMT Notlaufreifen
RunOnFlat Notlaufreifen
RFT Notlaufreifen
DSST Notlaufreifen
Sonderregelungen in einigen europäischen Ländern
Ist «Winterausrüstung» (lt. Beschilderung) vorgeschrieben, dann erfordert dies Reifen mit M&S-Symbol. Insbesondere in Österreich wird darüber hinaus eine Profiltiefe von mindestens 4 mm gefordert — mit weniger Profil gelten derartige Exemplare schlichtweg als Sommerreifen. In Deutschland existiert diese Vorschrift zwar nicht, unterhalb ca. 4mm ist eine Wintertauglichkeit aber tatsächlich sehr eingeschränkt.
Prüfzeichen «E»
Das «ECE-Prüfzeichen» wird als E oder e dargestellt, es bestätigt die Einhaltung der europäischen Norm (ECE- R 30). Bild 6: Die anhängende «12» weist auf Österreich als Prüfungsland hin Wichtig: Seit dem Produktionsdatum 1.10.98 (40. Woche 98, entspricht DOT-Nummer 408) ist diese Kennzeichnung der Reifenflanke in Europa Pflicht. An einem Fahrzeug dürfen demzufolge keine Reifen montiert sein, die, sofern nach dem 1.10.98 produziert, dieses Prüfzeichen nicht aufweisen. Im Rahmen der Hauptuntersuchung («TÜV») würde das als «schwerer Mangel» am Fahrzeug eingestuft.
Runderneuerte Reifen
Sie tragen als Kennzeichnung «R», «runderneuert», «retread» oder «retreaded». Das Datum der Runderneuerung wird in gleicher Weise wie das Herstellungsdatum von Neureifen angegeben.
Welche Abweichungen zwischen Fahrzeugschein und Reifen sind erlaubt? Abweichend von dem Grundsatz, dass die Bezeichnungen in den Fahrzeugpapieren und am Reifen übereinstimmen müssen, gelten folgende Ausnahmen:
Lastindex LI: Der Lastindex des montierten Reifens darf größer sein als die entsprechende Eintragung in den Fahrzeugpapieren. Beispiel: Fz.-Schein 165/65 R 13 76 T, Reifenaufschrift: 165/65 R 13 77 T. Geschwindigkeitssymbol: Er darf «höherwertiger» sein als die entsprechenden Eintragungen in den Papieren. Beispiel: Fz.-Schein 185/65 R 14 86 H, zulässig sind Reifen mit Aufschrift: 185/65 R 14 86 V. Winter-/Ganzjahresreifen: Der Geschwindigkeitsindex darf für niedrigere Höchstgeschwindigkeiten gelten, als in den Fz.-Papieren für Sommerreifen eingetragen. In diesen Fällen muß ein Aufkleber mit der für den M+S-Reifen zulässigen Höchstgeschwindigkeit im Sichtfeld des Fahrers angebracht werden.Beispiel: Fz.-Schein 195/65 R 14 89 H (Sommerreifen), zulässig sind auch Reifen mit Aufschrift: 195/65 R 14 89 Q M+S. In diesem Fall ist aber auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges durch die des Reifens entsprechend begrenzt und unbedingt einzuhalten. P-Reifen (amerikanische Klassifizierung, Kennzeichung z.B. P 225/60 R 15…). Sie dürfen verwendet werden, wenn sie entsprechend der ECE-R30 gekennzeichnet sind, d.h. ihre Betriebskennung muss der in diesem Informationsblatt dargestellten Form entsprechen. Weicht die Kennzeichnung von der ECE-R 30 ab (z.B. kein Load-Index, kein Speed-Index), so muss der Reifenhersteller schriftlich die Übereinstimmung dieser Reifen mit entsprechenden Anforderungen der ECE-Norm bestätigen.Diese Bestätigung hat der Fahrer immer mitzuführen. Sind in den Papieren (insbesondere von US-Modellen) «P»-Reifen eingetragen, so dürfen auch nach ECE-R 30 geprüfte Reifen verwendet werden, wenn mit Ausnahme des fehlenden Buchstabens «P» die Kennzeichnung auf dem Reifen mit Eintrag in den Fz.-Papieren übereinstimmt. ZR- ,VR-Reifen. Sofern diese in den Papieren älterer Fahrzeuge noch eingetragen sind, dürfen gleich große W — Reifen (bis 270 km/h) mit ausreichender Tragfähigkeit verwendet werden, wenn die Fz.-Höchstgeschwindigkeit 260 km/h (lt. Fahrzeugschein Ziffer 6) nicht überschritten wird und keine weitere Typen- oder Fabrikatsbindungen (Ziffer 33) eingetragen sind. In Zweifelsfällen sollten Fahrzeug- bzw. Reifenhersteller befragt werden.